Presseerklärung zu den Terrorakten in Brüssel

Presseerklärung zu den Terrorakten in Brüssel Dresden, den 22.03.2016

Mit tiefer Bestürzung müssen wir wieder von einem Terroranschlag Kenntnis nehmen, der völlige unschuldige Menschen trifft. Es schmerzt uns Muslime zutiefst, dass schon wieder Verbrechen im Namen unserer Religion begangen wurden.

Sollten die Anschläge in Brüssel von Muslimen “im Namen des Islam” verübt worden sein, so sagen wir mit aller Deutlichkeit: NEIN! Diese feigen und hinterhältigen Terrorakte verurteilen wir – die Mitglieder des Marwa Elsherbiny Kulturzentrum Dresden (MKZBZD) und (SBS) Sächsische Begegnungsstätte gemeinnützigkeit UG, Islamisches Zentrum Dresdens, und DiTiB Fatih Camii – mit aller Kraft.

Der Anschlag von Brüssel zielte auf das Herz Europas und richtet sich mit verbrecherischer Heimtücke gegen wehrlose Menschen gleich welcher Ethnie, Religion oder nationaler Herkunft. Alle Terroranschläge – auch die vorangegangenen in Mali, in der Türkei, in Tunesien und in Frankreich – zeigen deutlich, dass der Terror im Zeitalter einer globalisierten Welt leider keine Grenzen kennt.

Wir – die Mitglieder des MKBZD, SBS, IZD, und DITIB – verneigen uns in Demut vor allen Opfern dieses Terroranschlages. Wir beten für die Genesung der Verwundeten und beten für die Seelen der Verstorbenen. Mögen Sie in Frieden ruhen! Unser aufrichtigstes Beileid gilt allen Angehörigen der Opfer. Wir dürfen uns durch solche Terroranschläge und barbarischen Akte nicht spalten lassen.

Gerade in solchen schweren Zeiten müssen wir gemeinsam am friedlichen Zusammenleben festhalten und dem Terrorismus gemeinsam und entschlossen entgegentreten.

Der Vorstand Sächsische Begegnungsstätte gemeinnützigkeit gUG Marwa El-Sherbiny Kultur- und Bildungsverein e.V. Dresden Islamisches Zentrum Dresdens DiTiB Fatih Camii

Gedenktag für Marwa El-Sherbini

Gedenktag für Marwa El-Sherbini

Mittwoch, den 01. Juli 2015
18:00 Uhr, Landgericht Dresden, Lothringer Straße 1
Gedenkkundgebung

Ablauf:
Rede Aiman Mazyek (Vorsitzender des Zentralrats der Muslime)
Rede Dirk Hilbert als Vertreter der Stadt (angefragt)
Rede Elena Domingo (Ausländerbeirat der Stadt)
Rede Albrecht Nollau (Superintendent des Kirchenbezirks Dresden-Nord)
Künstlerischer Beitrag von I-Slam Poetry

19:30 Uhr, Marwa-El-Sherbini-Kulturzentrum, Marschnerstraße 2
Ausstellungseröffnung mit Werken von Prof. Jürgen Schieferdecker zu Marwa El-Sherbini

Gegen 21:30 Uhr, Marwa-El-Sherbini-Kulturzentrum, Marschnerstraße 2
Gemeinsames abendliches Fastenbrechen (Ramadan)

Presseinformationen

Die Muslime des Marwa Elsherbini Kultur- und Bildungszentrums Dresden e.V. gedenken im Freitagsgebet am 13. Februar 2015 des 70. Jahrestages der Zerstörung der Stadt
Seit dem Jahr 2009 engagieren sich mehr als 600 Muslime im Marwa Elsherbini- Kultur- und Bildungszentrum Dresden. Die Gemeinde vergrößert sich ständig und zählt mit Familienangehörigen derzeit 2000 Mitglieder. Darüber hinaus gibt es in der Stadt noch weitere muslimische Gemeinden.
Das Marwa Elsherbini Kultur- und Bildungszentrum sucht seit 2009 den Kontakt zu Schulen, Universitäten, Vereinen und zur Bürgerschaft, um das friedliche Miteinander durch Informationen und Begegnungen mit allen Bürgern zu fördern.
Viele Muslime haben in Dresden und Sachsen eine neue Heimat gefunden, arbeiten und studieren hier, ihre Kinder gehen in Kindertagesstätten und Schulen.
Die Gemeinden vergrößern sich ständig und die Muslime möchten das friedliche Miteinander aller Bürger der Stadt und des Landes aktiv mit gestalten. Eine große Herausforderung für die ansässigen Muslime ist die seit dem vorigen Jahr gestiegene Zahl der Asylsuchenden, die in ihren Gemeinden Aufnahme und Unterstützung finden und in das Alltagsleben integriert werden müssen. Um den interreligiösen Dialog zu fördern, öffnen die Gemeinden ihre Kulturzentren und laden die Interessenten ein, sich über das Leben der muslimischen Mitbürger informieren.
Die Muslime pflegen Kontakte zu verschiedenen Einrichtungen des öffentlichen, politischen und kulturellen Lebens und sind über dieses ständig wachsende Miteinander sehr froh.
Dankbar sind sie für die Zusammenarbeit mit offiziellen Vertretern des öffentlichen Lebens der Stadt und des Landes, der Polizei, den kirchlichen Gemeinden und den Bürgern, die sie unterstützen.
Dennoch haben die Ereignisse der vergangenen Wochen und Monate in Dresden und Deutschland auch bei den Muslimen eine große Verunsicherung hervorgerufen und teilweise auch alte Ängste und Befürchtungen wieder aufleben lassen.
Daher sieht Dr. Saad Elgazar, Vorsitzender des Marwa Elsherbini Kultur- und Bildungszentrums Dresden es als ein Zeichen der Hoffnung, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel zu den Muslimen Deutschlands bekannt hat. Ebenso froh stimmen ihn die vielfältigen Aktionen, wie z.B. „Weltoffenes Dresden“ und das Konzert „Dresden ist bunt“ im Januar 2015 in der Stadt, dass die Bürger Dresdens und Sachsens für Weltoffenheit, Toleranz und ein friedliches Miteinander stehen.
Die Muslime Dresdens hoffen, dass in Zukunft neben der Frauenkirche, der Kathedrale und der Synagoge auch ein würdiges neues Kulturzentrum in der Stadt zum interreligiösen und interkulturellen Dialog einlädt.
Um ihre Verbundenheit mit der Stadt zu zeigen, gedenken die Muslime am 13. Februar 2015, 13.00 Uhr im Freitagsgebet des 70. Jahrestages der Zerstörung Dresdens.
Zum Freitagsgebet am 13. Februar 2015, das in arabischer, englischer und deutscher Sprache stattfindet, sind alle Interessenten herzlich in das Marwa Elsherbini Kulturzentrum in Dresden, Marschnerstraße 2, eingeladen.
Nach dem Freitagsgebet beteiligen sich die Muslime auch an der Menschenkette und am „Stillen Gedenken“ auf dem Dresdner Neumarkt“ vor der Frauenkirche.

Stellungnahme zu dem Attentat in Paris

Wir, der Verein für Dialog und Völkerverständigung, Marwa Elsherbiny Kultur- und Bildungszentrum, verurteilen den feigen und terroristischen Anschlag auf die Pariser Zeitung “Charlie Hebdo” auf das Schärfste.

Den Angehörigen möchten wir unser tiefstes Beileid aussprechen.

Wir sehen in diesem grausamen Attentat keine Rache für unseren geehrten Propheten, Friede und Segen Allahs auf ihn, sondern ein willkürliches Morden, das nicht mit unseren islamischen Werten vereinbar und durch nichts zu rechtfertigen ist. Dieser Anschlag wird nur die Bemühungen der friedvollen Muslime zunichte machen und den Islam zu Unrecht in schlechten Schatten stellen.

Wir rufen die Muslime dazu auf, jeglichen Gedanken des Terrorismus und Extremismus eine deutliche Absage zu erteilen, sich von diesen zu distanzieren und, wie es unsere Religion verlangt, für ein friedvolles Miteinander zu wirken.

Wir bestätigen dass die Muslime ein Teil der europäischen Gesellschaft sind, sie haben Teil an ihrer Freude sowie an ihrem Schmerz.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte: “Der frühere Bundespräsident Christian Wulff hat gesagt: Der Islam gehört zu Deutschland. Und das ist so. Dieser Meinung bin ich auch.”

Marwa Elsherbiny Kultur- und Bildungszentrum Dresden e.V.

Fatih Camiine Moschee